Musiktheater

Als Spross einer theaterbegeisterten Familie – ihre Großtante Erna Schiefenbusch war Theaterintendantin und infizierte ihre ganze Nachkommenschaft mit dem Theatervirus – hat Marei Seuthe neben ihrem Musik- und Germanistikstudium eine Schauspielausbildung im Amateurzweig der Theaterschule Köln absolviert und später auch theaterpädagogische Fortbildungen besucht. Von 1992 bis 2005 war sie außerdem Mitglied im Extrachor der Oper Bonn und konnte dort so namhaften Regisseuren wie Dietrich Hilsdorf und Günther Krämer „auf die Finger schauen“.

 

In dieser Zeit übernahm sie auch die Theatergruppe an der Regionalschule Porz der Rheinischen Musikschule Köln und inszenierte dort zahlreiche Sprech- und Musiktheaterstücke. Nach dem großen Erfolg der „Ein-Euro-Oper“ (nach Brecht/Weill) im Jahr 2005 folgte 2009 Shakespeares „Sommernachtstraum“ mit der Musik von Henry Purcells „Fairy Queen“ ergänzt durch elektronische Soundcollagen.

2010 inszenierte sie „Olivers Abenteuer“, ein Musiktheaterstück, das Markus Stockhausen zusammen mit Grundschulkindern entwickelt und danach auskomponiert hatte. Mit einem mobilen Bühnenbild, das Marei Seuthe entworfen hatte, reiste dieses Stück dann als Produktion der Rheinischen Musikschule Köln mit fast 200 Mitwirkenden in Kinderchor, Orchester und Ballettgruppe durch Köln mit Aufführungen u.a. in der Kölner Philharmonie und im WDR Köln.

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Klavier entstanden an der Porzer Regionalschule mehrere Projekte für die Klavierschüler, so zuletzt 2013 das Stück „Pia Nofortes Flüge(l) zwischen Galaxie und Steinzeit“. Dieses Stück hatte Marei Seuthe zusammen mit ihrer Kollegin Christiane Nisters für ein ähnliches Projekt 2003 geschrieben und Spielanlässe für Klavierstücke aus allen Stilrichtungen in die Texte integriert. In diesem Klaviertheaterstück taucht im Unterrichtsraum der Klavierlehrerin Pia Noforte ein lebendiges Metronom namens „Herr Taktellus“ auf, das die Pädagogin mitsamt ihren beiden Schülern Elise und Till – zu einer im Klavierinnenraum improvisierten Verwandlungsmusik – durch verschiedene Epochen zaubert. Bei diesen Zeitreisen erleben sie u.a. Roboter und Steinzeitmenschen, die Famile Bach oder das Wunderkind Mozart, einen Klavierwettbewerb in einer Metronomfabrik von 1816 und die nahe Zukunft mit Unterricht nach Stoppuhr an Keyboards in der von Sparmaßnahmen gebeutelten Musikschule von 2030. Gleichzeitig wird auf diese Weise die Geschichte des Instruments lebendig.

 

Im Jahr 2015 brachte dann die ganze Schule in Kooperation mit dem Musikzweig des Stadtgymnasiums Porz unter Marei Seuthes Regie Christoph Willibald Glucks Oper „Orpheus und Eurydike“ auf die Bühne. Bei diesem vom LMR NRW geförderten Projekt stand die achtjährige Geigerin mit der 76jährigen Choristin gleichzeitig auf der Bühne, und die erwachsenen Schüler waren ebenso wie viele Dozenten mit großem Einsatz vor, hinter und auf der Bühne tätig. Die einzelnen Stationen der Produktion dieser Oper wurden über mehrere Monate im „Kölner Stadtanzeiger“ dokumentiert.

 

 

 

Im selben Jahr entwickelte sie zusammen mit Albrecht Maurer und Anna Lindblom „Frau Kling Klong, Nofre Tüte und Suse, die singende Säge“, ein von der Philharmonie Köln in Auftrag gegebenes Musiktheaterstück für Kinder, bei dem Marei Seuthe selbst als Musikerin und Akteurin auf der Bühne stand.